Bückeburg, 01.10.2021, von M. Waltemathe

„Q“- wie Qualifikation im THW

Das Ausbildungskonzept des THW ist in drei Stufen gegliedert. In der ersten Stufe erlernen die zukünftigen THW-Helfer*innen in einer einheitlichen Ausbildung den Umgang mit Werkzeugen und Geräten, das richtige Verhalten im Einsatz und sie erwerben Wissen über den Bevölkerungsschutz.

Die zweite Ausbildungsstufe differenziert sich in die Fachausbildung, die Führungsausbildung, die Ausbildung für Funktionen und die Ausbildung für Auslandseinsätze.

In der dritten Stufe folgen qualifikationserhaltende Maßnahmen, jährliche Unterweisungen und Anpassungsfortbildungen. Dort vertiefen alle Teilnehmer zudem ihr vorhandenes Wissen und lernen neue Erkenntnisse und Methoden kennen. Auch wird auf vollständigen Impfschutz geachtet. So werden Einsatzbefähigung, Fachbefähigung und Weiterbefähigung gewährleistet.

 

Die Möglichkeiten, Qualifikationen im THW zu erhalten, sind sehr vielseitig. Im Bereich der Maschinen und Gerätschaften sind das zum Beispiel

Maschinist*in für das Stromerzeugeraggregat, Bergungsräumgerätefahrer*in, Baggerfahrer*in, Bootsführer*in THW See / Binnen, Ladungssicherung im THW und Atemschutz-Gerätewarte.

Im Bereich der Nachwuchsförderung die Jugend-Leiter-Card (auch als Anpassungslehrgang) für Jugendbetreuer.

Auch als Ausbilder*in im THW kann man in unterschiedlichen Bereichen nach absolvieren des entsprechenden Lehrganges tätig sein. Dazu zählen zum Beispiel Ausbilder*in für:

 

  • das Abstützsystem Holz (ASH),
  • Abstützen/Aussteifen für Bergungsgruppen,
  • für das Einsatzgerüstsystem,
  • Sprechfunk,
  • Maschinist*in Stromerzeugungsaggregat

·        und viele mehr.

 

Zudem gibt es noch die Möglichkeit, als Bereichsausbilder*in tätig zu sein. Für Bereichsausbilder*in

  • Kraftfahrer*in,
  •  Ausbilder*in Prüfer*in Grundausbildung,
  •  Bereichsausbilder*in CBRN (chemisch, biologisch, radiologisch, nuklear)

 

gibt es ebenfalls entsprechende Lehrgänge an Ausbildungszentren Hoya, Neuhausen oder Brandenburg/Havel.

 

Aber das ist noch lange nicht alles. Möchte man zum Beispiel eine Motorsäge nicht nur zum Ablängen von Bauholz bedienen, wie in der Grundausbildung gelehrt, braucht man den Lehrgang Bediener Motorsäge. Ebenso ist zum Bedienen von Ladekränen ein fünftägiger Lehrgang Pflicht. Oder in der biologischen Ortung, wo man als Hundeführer eingesetzt wird. Der Lehrgang hierzu nennt sich Fachkunde biologische Ortung. Auch als Atemschutzgeräteträger braucht man nicht nur einen Gesundheitscheck (arbeitsmedizinische Untersuchung G26), sondern auch einen speziellen Lehrgang, beziehungsweise eine Leistungsüberprüfung.

Auch die fachkundliche Ausbildung in speziellen Bereichen ist für weiterführende Lehrgänge als Basisvoraussetzung erforderlich, und mit diversen anderen Faktoren oft unersetzlich, zur Qualifikation als Einsatzkraft. Diese Lehrgänge gibt es zum Beispiel in den Bereichen

  •  Infrastruktur (Gas-Wasser, Elektro)
  • Wassergefahren
  • Trinkwasserversorgung
  • Elektro
  • Wasserschaden-Pumpen
  • Räumen
  • Ölschadenbekämpfung
  • Logistik Material

 

Für die im Ausland tätigen THW Helfer*innen sind nochmal spezielle Lehrgänge und Grundlagen notwendig. Auch gibt es in wenigen Ortsverbänden Kräfte, die eine Ausbildung erhalten haben um z.B. als Taucher*in oder Sprengberechtigte/r tätig zu sein. Relativ neu sind die Qualifikationslehrgänge zur Einsatznachsorge. Ein immer wichtiger werdendes Thema.

 

 

Im internen Bereich des Ortsverbandes gibt es auch Möglichkeiten der Qualifikationen. Angefangen beim Ortsbeauftragten und seiner Stellvertretung, die natürlich einige Ausbildungs- und Qualifizierungsstufen durchlaufen haben, gibt es noch die Position

 

  • des Kochs/Köchin,
  • der Jugendbetreuung,
  • der/ des Verwaltungsbeauftragten,
  • der/die Schirrmeister*in,
  • der/die Beauftragte/r für Öffentlichkeitsarbeit,
  • der/die Ausbildungsbeauftragte/r

 

Auch der/die Fachberater*in ist eine Zusatzqualifikation. Diese Person kommt zum Beispiel bei Schadensereignissen ins Spiel und berät den Anforderer zu weiteren Vorgehensweisen. Gemeinsam wird entschieden, ob sich eine Einsatzoption für das THW bietet. Eine ähnliche Funktion hat der/die Fachberater*in Hochwasserschutz und Deichverteidigung im Ortsverband. Ein/e Baufachberater*in ist schon durch die berufliche Qualifikation, z.B. Bauingenieur*in, für die Gefährdungsbeurteilung an beschädigten Gebäuden im Schadensgebiet unerlässlich. Er/ Sie hat nicht nur eine beurteilende, sondern auch eine überwachende Aufgabe. Entsprechende Lehrgänge werden an Ausbildungszentren des THW angeboten.

 

Alle Führungspositionen im THW werden erst nach dem absolvieren eines Führungslehrganges besetzt. Hierzu gehören

  • Truppführer*innen und
  • Gruppenführer*innen (diverser Fachgruppen)
  • Zugführer*innen
  • Zugtruppführer*innen
  • Ortsjugendbeauftragte

 

Einsatzgrundsätze, Regelungen des Jugendschutzes, besondere Rettungsmethoden, Führen und Leiten im Einsatz, Sicherungsmöglichkeiten, Bewegen von Lasten sind unter anderem die Inhalte.

 

Allem voran steht die Grundausbildung im THW. Sie beinhaltet 10 Lernabschnitte und dauert in der Regel 6 Monate. Nach bestandener theoretischer und praktischer Prüfung kann man sich für den weiteren Weg im Ortsverband entscheiden. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, ohne Zusatzqualifikationen in den unterschiedlichen Gruppen mitzuwirken.

Eine ehrenamtliche Tätigkeit beim Technischen Hilfswerk ist sehr abwechslungsreich. Man kann erlerntes ebenso einbringen, wie je nach Interesse etwas dazulernen. Neugierige sind jederzeit willkommen. Immer dienstags von 19 Uhr bis 22 Uhr findet Ausbildungsdienst der Erwachsenen statt. Telefonische Kontaktaufnahme ist unter 05722- 285270 möglich.


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